Im Wimpernschlag-Finale DM-Ticket gelöst

VERÖFFENTLICHT: 29.08.2018| AUTOR: Hayen

 

Verden. Am Ende waren es nur Wimpernschläge, die über den Erfolg entschieden. Nach dramatischen Abschlusstagen qualifizierten sich die Verdener Segelflieger Norbert und Maren Dellinger im Doppelsitzer für die Deutschen Meisterschaften in Stendal im nächsten Jahr. Beim zweiwöchigen Offenen Märkischen Vergleichsfliegen in Brandenburg, gleichzeitig als Quali ausgeschrieben, reichte ihnen ein achter Platz in der Gesamtabrechnung, um sicher das Ticket für die nationalen Titelkämpfe in der Altmark zu lösen.

 


Den Grundstein legten die Eheleute Dellinger am zweiten und siebten Wertungstag mit einem Tagessieg und einem zweiten Platz. Wichtig vor allem der Flug von Brandenburg über Celle, Dessau und zurück, auf dem sie allein mit den Kräften der Thermik auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als Tempo 100 kamen. Die rund 450 Kilometer legten sie in vier Stunden und 29 Minuten zurück, was ihnen 1000 Punkte einbrachte. In der Endabrechnung schlugen 3490 Punkte zu Buche.
„Wir haben unser Ziel erreicht, wir können sehr zufrieden sein,“ sagte Norbert Dellinger nach der Rückkehr. Im Wettbewerb mit Deutschen Meistern und Piloten aus der Nationalmannschaft rückte die Spitze sehr eng zusammen. Zwischen Platz eins und Platz zwölf lagen gerade Mal 250 Punkte, zwischen Platz fünf und Platz zehn sogar nur 17. „Irgendwo mal eine Gegenwind-Böe mehr, das kann schon ausschlaggebend sein.“

 


Mal bedeckter Himmel, der keine große Thermik zuließ, manchmal wolkenlose Tage, an denen sich die Piloten bei der Suche nach Aufwinden nicht an den Cumulus-Wolken orientieren konnten – an schwierigen Bedingungen fehlte es in den zwei Wochen nicht. Sonst in einem Höhenband von 1000 bis 2000 Metern unterwegs, erwischte es die Verdener Piloten am vorletzten Wertungstag besonders heftig. Nach dem Start in Brandenburg kamen sie am ersten Wendepunkt in Haldensleben immer tiefer und tiefer. Knapp 300 Meter über Grund zeigte der Höhenmesser noch an, ehe sie doch noch eine Thermikblase fanden und wieder aufstiegen. „Ein paar Meter weniger, und wir hätten den Flug abbrechen müssen. Das wäre das Aus für die Quali-Träume gewesen,“ sagte Norbert Dellinger. Sein Glück, dass auch andere der 26 hochkarätigen Teilnehmer in dieses Themikloch fielen und viel Zeit für die Rückkehr in komfortable Höhen brauchten. Trotz dieses Malheurs kam er auch in dieser Wertungsaufgabe über rund 250 Kilometer noch auf einen bemerkenswerten Schnitt von 92 Stundenkilometern.

 


In der Vorbereitung auf die Qualifikation hatten Norbert und Maren Dellinger einen neuen Rekord für den Flugplatz Scharnhorst aufgestellt. Erstmals gelang es, mehr als 800 Kilometer nonstop allein mit den Kräften der Aufwinde zurückzulegen. Die Reise über 811 Kilometer führte sie nach Neustad-Glewe, nach Wittenberg, und wieder über dem Flugplatz Scharnhorst, entschlossen sie sich zu einem Dreiecksflug zur Raststätte Allertal und nach Twistringen ehe sie nach acht Stunden und zehn Minuten wieder in Verdener landeten.

Share this article:

© 2002-2018 Verdener Luftfahrt-Verein e. V. | Letztes Update: 06.04.2018| Flugschule | Flugplatz | Verein

Besuchen Sie uns auf:

Besuchen Sie uns auf Facebook