„Freiheit über den Wolken“ beim Verdener Luftfahrt-Verein seit dem 30. Januar 1932 (Bericht 2002)

„Flieger, grüß‘ mir die Sonne…“, krächzte Hein Rühmann als die Fliegerei noch in den Kinderschuhen steckte. „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“, trällerte Reinhard May’zig Jahre später über den ältesten aller Menschheitsträume. Wer auch davon träumt, in schwindelnde Höhen aufzusteigen, mit den Vögeln auf du und du – der sollte mal nach Verden/Scharnhorst fahren. Denn dort ist, mitten im Grünen, der Verdener Luftfahrt-Verein ansässig.

 

„Ja, seit wann gibt es uns eigentlich“, fragt sich Wilfried Müller, Spartenleiter der Segelflieger und Fluglehrer. Friedrich Ach, Gründungs- und Ehrenmitglied, kennt die Daten wie seinen eigenen Geburtstag. „Gegründet wurde der Verein genau am 30. Januar 1932. Damals hatten wir noch keinen eigenen Platz. Wir waren mit unserem doppelseitigen Segelflieger in Hoya und Rotenburg“, schwelgt er in Erinnerungen.

 

Dann aber kam der Krieg und vorbei war’s mit der Fliegerei. Erst 1949 wurde der Club wieder in das Leben gerufen. Aber starten durften die „Nachkommen Otto Lilienthals“ immer noch nicht. „Segelfliegen war bis 1953, und Motorfliegen sogar bis 1955 verboten“, erinnert sich Friedrich Ach, der sich selbst als „Fossil“ bezeichnet. 1957 haben sich die Verdener dann das erste Motorflugzeug (Doppelsitzer) zugelegt. Natürlich träumten sie von einem eigenen Domizil. Und das bekamen die Domstädter im Jahre 1959.


Wer sich ihnen anschließen will und selber so einen „Vogel“ durch die Lüfte steuern möchte, der muss natürlich Piloten werden. Der Weg zur Lizenz ist hart, aber sehr interessant und mit viel Disziplin verbunden.

Zunächst einmal muss ein Flug Arzt sein O.K. geben. Aber dann kann schon gestartet werden. Mit dem Fluglehrer an Board lernt man die Kunst des Fliegens. In den Wintermonaten, wenn das Wetter nicht „flugtauglich“ ist, wird die Theorie gepaukt. Dort stehen Luftrecht, Allgemeine Luftfahrzeugkunde, Menschliches Leistungsvermögen, Meteorologie, Navigation, Verhalten in besonderen Fällen und Aerodynamik an. Des Weiteren benötigt man ein Sprechfunkzeugnis für den sicheren Umgang im Funk.

 

Nach einer Weile im Flugzeug, kann der erste Solo-Flug kommen. Zur Freude der Flieger-Kollegen. Denn die machen sich nach der ersten Landung einen Spaß. Dem „Neuling“ wird zunächst der ein Distelstrauß in die Hand gedrückt, anschließend wird er über eine Tragfläche gelegt und jeder darf ihm einmal kräftig auf den Hintern klatschen – Quasi die „Piloten-Taufe“.

Zum Abschluss der Pilotenausbildung folgt ein Prüfungsflug mit einen Prüflehrer. „Wenn man die Ausbildung im Frühjahr anfängt und richtig fleißig ist, dann könnte der Aspirant im Herbst schon starten“, weiß Wilfried Müller.

 

Ist denn das Fliegen in so kleinen Maschinen nicht gefährlich? „Das gefährlichste am Fliegen ist der Weg zum Flugplatz. Ich fühle mich da oben sicherer als auf der Straße, denn die Maschinen werden von Fachleuten in kleinen, regelmäßigen Zeitabschnitten gewartet. Die sind strenger als der TÜV“, erklärte Müller. Doch nicht nur das Flugzeug, sondern auch die Piloten müssen regelmäßig durchgecheckt werden. „Alle zwei Jahre müssen wir zur Untersuchung. Außerdem muss jeder Pilot in zwei Jahren mindestens 24 Flugstunden, darunter drei Streckenflüge mit mindestens 100 Kilometer Distanz vorweisen.“ ,weiß er.

 

Jede Menge Aufwand, aber er lohnt sich. „Sich das Rauchen abzugewöhnen ist einfach als mit dem Fliegen aufzuhören. Das ist einfach eine Sucht“, strahlt „Oldie“ Friedrich Ach. Wer Lust hat, sich einmal durch die Luft kutschieren zu lassen, der kann natürlich auch einen Rundflug buchen und sich seinen Wohnort aus der Vogelperspektive zeigen lassen. Einfach am Wochenende beim Verdener Luftfahrt-Verein anrufen oder eine Mail schreiben.

 

Telefon: +49 4230 264
E-Mail:
vlv-info@flugplatz-verden.de

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