Erfahrungsbericht: 40 Jahre Flugplatz Verden/Scharnhorst


Rückblick anläßlich der Jubiläumsfeier  am 23.09.2000 von Erich Schwinge



Verehrte Gäste,  Liebe Fliegerinnen und Flieger,

Als noch wenig aktiver Oldtimer des VLV, der fast die ganze Nachkriegsentwicklung des Vereins miterlebt hat, möchte ich Ihnen  einiges über den Werdegang des Flugplatzes berichten.

Nach Wiederzulassung des Segelfliegens im Jahre 1952 konnte der VLV  dank der großzügigen Spende unseres langjährigen Vorsitzenden Hans-Heinrich Söhl ein doppelsitziges Schulsegelflugzeug erwerben,   aber ein Zuhause,   d. h. einen Flugplatz  hatten wir nicht.    So machte unser  Specht,   der 1954 im Hof des Heimatmuseums auf den Namen „Wolkenreiter“  getauft wurde,  seine ersten Starts in Hoya, wohin er in etwas abenteuerlicher Fahrt  transportiert  wurde, weil  es dafür noch keinen Transportanhänger gab.
 
Die Versuche von Herrn Söhl,  einen Teil der Allerwiesen gegenüber vom Burgberg  zum Segelfluggelände zuzulassen, scheiterten, weil es nicht möglich war,  90 Pächter unter einen Hut zu bringen und deren Zustim-mung zu bekommen.   Nur einige Probeflüge  waren Anfang 1956  auf den Wiesen an der Eisenbahnbrücke möglich, und  1957  wurde dort das erste Motorflugzeug des VLV,  ein zweisitziges Ganzmetallflugzeug  mit 65 PS,  von der jungen Turnierreiterin Renate Freitag (jetzt Pade)  auf den Namen „Reiterstadt Verden“  getauft.   Obwohl  wir es sehr schön fanden, an Verdens Schokoladenseite entlangzufliegen,  mußte das Projekt  Flugplatz auf den Allerwiesen  anschließend wegen der Pacht-schwierigkeiten aufgegeben werden.

Wir Segelflieger taten uns dann  bis Anfang 1960 mit Rotenburgs Fliegern zusammen und konnten dort einen intensiven Flugbetrieb abwickeln und mit Segelfluglehrer Siegfried Konrad die ersten Segelflugscheine erwerben.  Aber es war eben nicht unser   eigenes Zuhause. 

Ehemalige Motorflieger erneuerten inzwischen in Hannover-Langenhagen ihre Flugscheine auf der vereinseigenen Maschine, aber ein Landen in Verden war  weiter nicht möglich. Ein genehmigter Versuch, auf dem Geläuf der Pferderennbahn  mit einer offenen Klemm 35 zu landen, mußte glücklicherweise wegen starken Seitenwindes abgebrochen werden. (Ich war damals Copilot und bin heute noch froh, dass wir nicht aufsetzen konnten, denn das Rennbahngeläuf war sehr schmal und nicht besonders lang.)
Wir waren nun ständig in Verdens Umgebung auf der Suche nach einem geeigneten Startgelände, aber es  war  unmöglich,  die   Zustimmung der Eigentümer zu bekommen    und  hohe Pachten konnten wir auch nicht versprechen.

1958 entdeckte Wolfgang Hoffmann - vielen hier Anwesenden als langjähriger Kreishandwerksmeister bekannt - unser jetziges Gelände, das damals allerdings kaum Ähnlichkeit mit einem Flugplatz hatte. Der Verein konnte es von der Familie Bodenstab in Westen pachten, und in W. Hoffmanns Fotoalbum steht zur anschließenden Zeit lapidar :   „Organisation plus Arbeit, fertig war der Flugplatz“.        


Zunächst versuchten die Motorflieger  in Handarbeit und mit Unterstützung von Scharnorster Landwirten Stubben zu beseitigen und das Gelände einzuebnen. Auf diese Weise hätten sie sicher noch Jahre gebraucht, um eine halbwegs ebene Landebahn herzurichten.
Zwischendurch machten die Piloten von Hannover aus auch schon einmal Probeanflüge, aber zum Landen war es noch zu uneben.  Auch eine kleine Halle entstand. Aus finanziellen Gründen  war  sie maßgeschneidert für das vorhandene Motorflugzeug. Wie sich das auswirkte,  werden wir später noch sehen.
Entscheidende Hilfe leisteten dann  englische Pioniere, nachdem es gelungen war, die britische Garnison in Verden für die Mitbenutzung des Flugplatzes durch Kurierflieger zu interessieren.  Sie schufen eine perfekte Bahn, mit der wir auch heute noch sehr zufrieden sind.

Nach   Überflügen ohne Bodenberührung im Frühjahr 1959 durften dann am  13.September 1959   die ersten Probelandungen  stattfinden  und die Piloten fanden die guten Planierungsarbeiten durch wellenfreies Rollen bestätigt.   Anfang März 1960  kam dann die endgültige Zulassung des Geländes als öffentlicher Landeplatz durch den niedersächsischen Minister für Wirtschaft und Verkehr.  Auch heute noch können wir mit dem Zustand der Start- und Landebahn sehr zufrieden  sein.  Wenn auch kurz, ist sie doch fast immer benutzbar, sie kann nicht überschwemmt werden und ist schon geringe Zeit nach einem starken Regenguss wieder berollbar.  Nicht zu vergessen  der direkte Kontakt zur Natur in unserer schönen Umgebung,  der auf großen Plätzen häufig fehlt.

   
 
Bis dahin hatten sich nur die Motorflieger in Scharnhorst engagiert, weil die Bahnlänge von 520 m für den Windenstart  von Segelflugzeugen nicht lang genug war.  Als das Gelände bis zum Halsetal verlängert werden konnte und eine eigene Startwinde fertiggestellt war, entschlossen sich die Segelflieger im Mai 1960 von Rotenburg nach Scharnhorst umzuziehen, obwohl die Windenstartlänge damals wie heute  eigentlich immer noch etwas zu kurz war.   Aber letztendlich überwogen in Scharnhorst die Vorteile nach dem Motto:     „Eigner Herd ist Goldes wert“ .

Mit großer Energie wurden nun in gemeinsamer Arbeit beider Gruppen  neben dem laufenden Flugbetrieb der Bau des Clubhauses und die Erweiterung der  Flugzeughallen  vorangetrieben  und   - da wir fernab aller Versorgungsanschlüsse lagen -  mußten wir auch unsere eigene Strom- und Wasserversorgung,  Abwassserbeseitigung,  Telefonleitung, Tankanlage und vieles mehr erstellen.  Dafür wurden unzählige, freiwillige Arbeitsstunden geleistet in einer Zeit als noch die 48 - Stundenwoche und Samstagsarbeit die Regel waren.  Hier wurden handwerkliche und organisatorische Aktivitäten freigesetzt, die in dieser Intensivität heute kaum noch vorstellbar sind.  Wir waren eine verschworene Gemeinschaft, die sich den Traum vom Fliegen verwirklichen wollte.   Zu vertretbaren Kosten war das nur durch unermüdliche Eigenarbeit möglich.

 
 Was veranlasst  Menschen dazu, solche zusätzlichen Mühen auf sich zu nehmen?
Es war und ist die Begeisterung für das motorlose - und  das motor-getriebene Schweben durch die Luft,   von dem die Menschen seit Jahrtausenden träumen und das uns erst im 20. Jahrhundert ermöglicht wurde. Erklären kann man die Begeisterung fürs Fliegen nicht und auch beim Mitfliegen lässt sich das Glücksgefühl, das das Selbststeuern eines Flugzeuges vermittelt,  nur erahnen.  Ähnliches gilt ja auch  für andere Sportarten wie das Laufen, Reiten, Bergsteigen, Fußballspielen und auch alle  Hobbies.


Eine unangenehme Überraschung mussten wir  am 1.Januar 1961 erleben:   In der sehr  stürmischen Silvesternacht  hatte das Dach des Clubhauses Flugversuche  unternommen,  war dabei in Rückenfluglage gelangt und schließlich hinter den nun kahlen Wänden unsanft gelandet.

Mitte der Sechziger Jahre war die Grundausstattung des Platzes  soweit fertiggestellt, dass  die Flugzeuge ohne Demontage untergestellt werden konnten und die Mitglieder  im Clubhaus  ein Zuhause hatten, das einen angenehmen Wochenendaufenthalt  ermöglichte.  Allmählich wuchs nun die Mitgliederzahl und es entstanden neue Wünsche hinsichtlich   des Fluggeräts: Die Segelflieger wünschten sich Einsitzer für Streckenflüge und einhleppflugzeug und die Motorflieger viersitzige Reiseflugzeuge. 

Aber wie all das finanzieren??
Sponsoren aus der Wirtschaft waren Mangelware.   
Die Veranstaltung von Flugtagen war die einzige Möglichkeit, zusätzliche Gelder zu beschaffen. Mit großem Elan wurden 16 dieser Großveranstaltungen  zwischen 1960 und 1987  organisiert und durchgeführt.  Unter Leitung von Willy Boller, Karl-Heinz Kahlert, Heinz Dittmer und Winfried Hans und vielen Helfern wurden fliegerische Spitzenprogrammme geboten, die in weitem Umkreis Anklang fanden.  Als Mitstreiter  weiß ich, wieviel Engagement, Energie und Zeit diese Veranstaltungen zusätzlich zum normalen Flugbetrieb erforderten,   und häufig hing bei den Hauptakteuren der Haussegen sehr schief.   Deshalb an dieser Stelle ein Dank an alle  Ehefrauen für die große Geduld, mit der sie unsere Aktivitäten für den VLV  ertragen haben und die Hilfe, die sie uns damals wie heute gewähren.    Dank zu sagen ist auch an die Feuerwehren Scharnhorst  und Verden,  an das Deutsche Rote Kreuz,  das Technische Hilfswerk und an die Scharnhorster Landwirte, die ihre

Felder für Parkplätze und  Zuschauerräume zur Verfügung stellten.
Der finanzielle Erfolg unserer Flugtage war unterschiedlich  und vor allem sehr
wetterabhängig,  aber da wir nie ein Minus verzeichnen mussten, konnten Anlagen und Flugzeuge stetig verbessert werden, denn noch bis 1974  musste der Strom selbst erzeugt, Wasser gepumpt und entsorgt und Benzin aus dem Fass getankt werden.    Immer wieder  wurden unsere Projekte nun auch durch  Zuschüsse der  Stadt Verden und des Landkreises Verden gefördert.   Da ist einiges zusammengekommen für das Clubhaus,  einige Hallen, die Beseitigung von angrenzenden Waldstücken,  für die Segelflugzeuge und eine neue Startwinde.  Dafür sei hier noch einmal  der Stadt und  dem Landkreis Verden als Geldgebern    und der Arbeitsgemeinschaft Verdener Sportvereine und dem Kreissportbund Verden für die wohlwollende  Befürwortung unserer Zuschussanträge gedankt.
An dem Umfang und Zustand unserer Anlagen können Sie erkennen, dass das Geld gut und dauerhaft angelegt ist  und wir ehrenamtlichen Funktionäre sehen in diesen Zuwendungen nicht nur eine Förderung des Luftsports sondern auch eine Anerkennung  für unseren jahrelangen Einsatz.

Noch heute hört man immer wieder die Frage,    wann  macht  ihr wieder einen Flugtag?    Leider ist die Vorbereitung und Durchführung einer solchen Veranstaltung  seit dem schrecklichen Unglück von Rammstein sehr schwierig und teuer geworden  und wir begnügen uns deshalb damit, die Freunde der Fliegerei  zu Gastflügen beim Tag der offenen Tür einzuladen. 

Kurz erwähnen möchte ich noch andere, nach außen gerichtete  Veranstaltungen, wie die Störtebecker-Sternflüge in den 60ger Jahren,  einige Gruppenlandungen verschiedener Deutschlandflüge, Segelflug-vergleichsfliegen der Vereine zwischen Weser und Elbe,   Flugralleys mit unseren Nachbarn aus Scharnhorst, Walle und Holtum und schließlich  Fliegen mit behinderten Kindern und die jährliche Teilnahme an den Kinder-Ferienpassaktionen.


Nun zu unserer eigenen Fliegerei:             

Bei den Segelfliegern war die Pilotenausbildung von Anfang an selbstverständlich, und sie ist nach wie vor die Grundlage  unserer  fliegerischen Tätigkeit.   Die Ausbildung der Segelflieger ist eine langwierige und mühselige Angelegenheit  weil der Windenstart  auf unserem kurzen Platz nur sehr kurze Flüge zulässt und bei ungünstigen Windrichtungen  gar nicht gestartet werden kann.  Trotzdem konnten in den vergangenen 40 Jahren  von den Segelfluglehrern  Jürgen Dellinger,  Willy Boller,  Erich Schwinge,  Horst Köhler,  Wilfried Müller,  Werner Rodi und anderen  ca. 120 Piloten  bis zur  Segelfluglizenz ausgebildet werden.   Leider ist die Mitgliederfluktuation bei den Segelfliegern sehr hoch, denn viele verlassen den Verein mit Anfang 20 aus beruflichen Gründen.  


Für die Motorflieger ergab sich die Möglichkeit zur Pilotenausbildung als bei den Bremer Flugzeugwerken (Focke-Wulf und andere Namen) mit Hilfe unseres  Segelfluglehrers Jürgen Dellinger eine Luftsportgruppe entstand und diese in den Jahren  1961 bis 1963  bei uns zu Gast war.  Danach fand gelegentlicher Schulbetrieb mit Gastfluglehrern aus anderen Vereinen statt,  bis 1971 mit Wolfgang
Dittmer der erste vereinseigene Motor-Fluglehrer  zur Verfügung stand und 1972 auf Initiative seines Vaters Heinz Dittmer die Motorflugschule genehmigt wurde.  Unter der langjährigen Leitung von  Erhard Uhlig bildeten neben Wolfgang Dittmer noch Reinhard Hübner und  andere Motorfluglehrer  ca.  130  Piloten aus.  

Segel-  wie Motorflugpiloten legen ihre Prüfung vor einem Prüfungsaus-schuss der Bezirksregierung  Weser-Ems in Oldenburg ab,  die für alle Luftfahrtangelegenheiten  in unserem Gebiet  und  für die Aufsicht  über unseren Platz zuständig ist.

Während die Segelflugausbildung viel Zeit kostet und mindestens 2 Jahre    - häufig länger  dauert   und außerdem sehr personal- und technik-aufwendig ist,    sind die Motorflieger etwas  schneller.     Bei regelmäßiger Beteiligung kann ein Motorflugschüler  schon nach etwa einem Jahr seine Prüfung ablegen.  Dafür ist der Spaß um einiges teurer als das Segelfliegen.    Da Motorflieger meistens beruflich schon fest im Sattel sitzen, ist die Fluktuation bei ihnen nicht so groß und es bleiben mehr Piloten dem Verein erhalten.

Wohin fliegen unsere Piloten?
Wenn gute thermische Aufwinde vorausgesagt werden,  fliegen einige Segelflieger in der Nähe des Flugplatzes herum und genießen einfach das Gleiten in der  heimischen Landschaft,   andere setzen sich sportliche Ziele in Form von Dreiecksflügen von 200- bis 600 km Strecke,  die zum Wettstreit mit anderen Piloten an den Deutschen Aero-Club gemeldet werden.   Werner Rodi zum Beispiel, flog von hier aus bis zum Autobahn-dreieck Wittstock  an der Berliner Autobahn und dann weiter zur Allerquelle bei Eisleben  und zurück nach Verden.   Während die Wetterbedingungen für solche Flüge im vergangenen Jahr häufig hervorragend waren,  sah es in dieser Saison   mäßig bis schlecht aus.  Gut waren sie manchmal nur, wenn man keine Zeit zum Fliegen hatte.

Die Motorflieger können  bei fast jedem Wetter beliebige Ziele ansteuern, die in der Reichweite ihres Flugzeuges liegen.  Man kann morgens nach Wangerooge fliegen, dort baden und abends gut erholt wieder in Verden landen.  Flugzeit in jeder Richtung ca  50 Minuten -  wenn das Wetter mitspielt,   wenn nicht,   muss man unter Umständen auch mal eine Nacht dort bleiben oder sogar mit Schiff und Zug zurückfahren.  Viele andere Ziele in Deutschland  und in unseren Nachbarländern wurden schon angeflogen.  Eine fast unübertroffene Strecke legte Carl Müller schon 1961   zurück.  Er trug mit  unserem ersten Vereinsmotorflugzeug  den Namen  „Reiterstadt Verden“   bis nach Malaga  in Südspanien.
Beinahe hätte er auch noch den Sprung nach Afrika  gewagt, aber  ihm fehlte ein wichtiges Ausrüstungsteil  - die Schwimmweste für die Überquerung der Straße von Gibraltar.   Zwischendurch landete er in Frankfurt auf dem militärischen Teil des Flughafens,  was dort nicht sehr große Begeisterung auslöste. Heute würde so etwas dort ein Chaos auslösen und nicht nur den Flugschein kosten,  für C. M. blieb die Sache ohne Folgen.  Das Flugzeug hatte übrgens kein Funkgerät  und nur einen
einfachen  Magnetkompass.
Seit Beseitigung der Mauer können wir nun auch nach Osten, zum Beispiel nach Rügen  fliegen.  Weitere Fernziele sind unter anderen Großbritannien, Frankreich, die Schweiz und Schweden gewesen.  Dabei helfen gute Instrumentierungen wie Funk  und moderne Navigations-geräte,  insbesondere das GPS.  Allerdings  ist der
Luftraum inzwischen sehr viel enger -  und die Flugplanung wegen vieler Luftraumbeschränkungen schwieriger geworden.    Auch die Kosten sind erheblich gestiegen.  Besonders schmerzlich trifft die Motorflieger die Benzinpreiserhöhung:  1 Liter Flugbenzin kostet zur Zeit  knapp  3,00 DM,  und von einem Motor  mit  einem Verbrauch von 10 Litern pro  Flugstunde sind wir noch weit entfernt.

Sicheres Fliegen ist nur mit einwandfrei gewarteten Flugzeugen möglich.  Um die Segelflugzeuge kümmern sich unsere geprüften Werkstattleiter, die die Segelflieger bei ihren winterlichen Pflicht-Arbeitsstunden anleiten und beaufsichtigen.   Die Motorflugzeuge betreut schon seit vielen Jahren  sehr fachkundig und sorgfältig   Otto Simontowski.

In den achtziger- und neunziger Jahren konnte das Fluggerät  unter der Vereinsleitung  von  Dr. Greuner,  Prof. Pape, Hermann Mackensen und Erhard Uhlig nach und nach erweitert und modernisiert werden und der Verein verfügt jetzt über fünf Segelflugzeuge, einen Motorsegler, ein zweisitziges -    und  drei vier-sitzige  Reiseflugzeuge,   und außerdem sind hier noch vier private Motorflugzeuge stationiert. 
Leider musste die Modernisierung der Flugzeuge in den letzten beiden Jahren unterbrochen werden, weil ein finanziell großer   Brocken zu bewältigen war, als es darum  ging,  das Clubhaus und die Auffangplatte der Tankanlage an das  öffentliche Kanalnetz anzuschließen.  Unter Leitung unseres vorletzten Vorsitzenden Dr. Jürgen Tönne  und mit Unterstützung des Trinkwasserverbandes konnte dieses umfangreiche Projekt bewältigt  werden  und mit  Hilfe der Stadtwerke   kam  auch  das Erdgas zu uns.  In Zusammenhang mit diesen Maßnahmen und  Arbeiten  an unseren Werkstätten wurden so viele Arbeitsstunden geleistet, wie ich es in unserer Zeit nicht mehr für möglich gehalten hatte.  Hier sei besonders Ernst Meininger und mehreren Segelfliegern gedankt.


Ich hoffe,  ich konnte Ihnen durch die Schilderung des Werdegangs unseres kleinen Flugplatzes auch ein wenig deutlich machen,  welche  Schwierigkeiten zu überwinden    und  welche erheblichen Anstrengungen   damit  verbunden waren.
Vieles  ist entstanden und kann sich wohl sehen lassen,  aber leider ist die Start- und Lanndebahn selbst  in 40 Jahren um keinen Meter länger geworden.

Die  Ergebnisse der Mühen vergangener Jahre können heutige und zukünftige Flieger nutzen.  Sie sind zur Zeit zusammen pro Jahr etwa  1500 Stunden in der Luft.   Für die Erhaltung und Verbesserung  der Anlagen und Geräte  sind  weitere Anstrengungen erforderlich und ich hoffe,  dass sich immer genügend  Freiwillige dafür finden, vielleicht nach dem Motto:    „Was du ererbt von deinen Vätern,  erwirb es, um es zu besitzen“. 


In der letzten Zeit wird immer wieder von einer Krise  bei  ehrenamtlichen Tätigkeiten gesprochen.  Ein Mitarbeiter des Landessportbundes meint allerdings, dass davon nicht die Rede sein könne, denn noch nie seien im Landessportbund so viele ehrenamtliche Mitarbeiter tätig gewesen.
Auch die oben erwähnten Aktivitäten und die Tatsache, dass  sich im vergangenen Jahr  5  Vereinsmitglieder zu Fluglehrern haben ausbilden lassen,  stimmen für die Zukunft  des VLV optimistisch.   Hoffentlich bleibt es so !!


Die Zukunft wird für den Flugplatz und die Sportfliegerei trotzdem nicht ohne Probleme bleiben.  Die steigenden Benzinpreise wurden schon erwähnt und die  Flugbeschränkungsgebiete um die Flughäfen werden leider immer größer.

Die Segelflieger wünschen sich zur Zeit mehr Flugschüler, um den schon erwähnten Schwund an fertigen Piloten auszugleichen.  Individualsportarten wie Bodybuilding, Inlineskating und andere erfreuen sich großer Beliebtheit  und  lassen unseren sehr zeitaufwendigen  Sport  nicht mehr so attraktiv erscheinen.  Hier müssen wir  Segelflieger uns für die Zukunft einiges  einfallen lassen, um die Sehnsucht nach dem lautlosen Gleiten bei jungen Leuten zu wecken.

Den Vereinsfunktionären wünsche ich für die Zukunft Einfallsreichtum und Ausdauer bei ihrer Arbeit für die Fliegerei  und  - damit sie sie gerne tun -  viele Mitglieder, die  aktiv mitarbeiten.
Den Segel- und  den Motorpiloten wünsche ich  gute Zusammenarbeit  auf dem Flugplatz,   genügend Luftraum zum Fliegen  und viele schöne Stunden in der Luft.

                                                     Erich Schwinge

© 2002-2017 Verdener Luftfahrt-Verein e. V. | Letztes Update: 24.09.2017| Flugschule | Flugplatz | Verein

Besuchen Sie uns auf:

Besuchen Sie uns auf Facebook