Bunte Heißluftflotte war Zuschauermagnet

Ballonfahrerin aus Stuhr gewann Meisterschaft

 

Das „Glücksspiel mit dem Wetter“ bescherte Geduldsproben, aber das Warten lohnte sich: Die 1. Norddeutsche Meisterschaft im Ballonfahren, die am Freitagabend mit einer „Fuchsjagd“ begonnen hatte, ließ mit prächtigen Szenen viele Herzen höher schlagen. Als die farbenfrohe Heißluftflotte am Abend des Pfingstsonntag zur vierten und letzten Wettbewerbsfahrt abhob, bestaunten am Flugplatz Verden-Scharnhorst mehr als tausend Schaulustige das imposante Ereignis.

 

Für die Zuschauer war es eine unterhaltsame Schau – für die Ballonpiloten indes anstrengender Wettkampfstress. Die einzige Frau unter den 19 Startern hatte schließlich die Nase vorn: Dr. Brita Petersen löste die insgesamt sechs Aufgaben bei den vier Fahrten am Besten und erhielt gestern Mittag im Verdener Hotel „Niedersachsenhof“ den Meisterpokal. Die 42-jährige Zahnärztin aus Stuhr setzte sich knapp vor ihrem Ehemann Dr. Jens Petersen durch, der Vizemeister wurde. Der Langwedeler Heinz-Dieter Gerkens, einziger Meisterschaftsteilnehmer aus dem Kreis Verden, landete auf Platz 13. Entscheidend für den Sieg von Brita Petersen war ihr luftfahrerisches Feingefühl bei einer erneuten „Fuchsjagd“ am Sonntagabend. Gegen 19.30 Uhr – wegen widriger Wetterverhältnisse anderthalb Stunden später als geplant – wurde der grün-weiße „Fuchsballon“ in Scharnhorst auf die Reise geschickt. Knapp 15 Minuten später hoben kurz nacheinander die anderen Heißluftballons sanft ab. Wie an einer Perlenkette am Himmel aufgereiht, folgten sie dem „Fuchs“ eine Stunde lang südostwärts. Bei Walsrode, wo der grünweiße Fährtenleger zwischen zwei Getreidefeldern landete, mussten die Verfolger höchste Konzentration und viel Feingefühl beim Bedienen des Gasbrenners beweisen. Nur wer die unterschiedlichen Windströmungen im Luftmeer frühzeitig erkannte und den Ballon immer wieder auf und ab steigen ließ, hatte eine Siegeschance. Brita Petersen schaffte es, ihr buchstäblich heißes  Gefährt ganz nah an das Zielkreuz zu bugsieren und ein Sandsäckchen nur 29 Meter davon entfernt abzuwerfen. Dafür gab’s 1000 Punkte. „Freilich war auch etwas Glück dabei“ , kommentierte die Pilotin ihr hervorragendes Abschneiden.

Der Bremer Ballonfahrer Martin Josyln „markerte“ in 60 Meter Entfernung und meistere somit diese Aufgabe am zweitbesten. Dicht über den Baumwipfeln schwebend, kam er an den „Fuchs“ heran, um nach dem Abwurf des weniger als 50 Gramm schweren „Markers“ kräftig aufzuheizen und dem Ballon wieder Auftrieb zu geben. „Hochspannungsleitungen“, so der begeisterte Hobbypilot „ sind das einzige, wovor ich Horror habe“.

 

Dienstag 21. Mai 1991

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