Am Horizont die Kreidefelsen von Dover

Piloten aus Verden auf einer abenteuerlichen Reise in Richtung Südengland / Erster Teil

Am Sonntag sollte die große Tour beginnen. Das Ziel stand bereits nach dem Deutschlandflug fest: Sie wollten nach Südengland – Lands End und vielleicht sogar noch weiter – Scilly Island, einer Inselgruppe 50 Kilometer westlich Lands End, im Atlantic. „Sie“, das sind Michael, Werner, Joachim und Wilfried vom Verdener Luftfahrt-Verein und Peter, Sven, Peter und Tim vom befreundeten Osterholzer Verein für Luftsport. Die Flotte bestand aus drei Motorseglern Falke SF 25 C und einer 150er Cessna.

 

Alles bis ins Details durchgeplant erhielten die „Abenteurer“ gleich zu Beginn einen kleinen Dämpfer: Der Metereologe vom Wetteramt Hamburg kündigte für die Flugroute der nächsten Tage „kein fliegbares Wetter unter Sichtflugbedingungen“ an. Gutes Wetter nur Richtung Osten; Regenwetter mit schweren Gewittern entlang der gesamten holländischen Grenze. Die Crew nahm es gelassen: „Wir entschlossen uns zunächst einmal zu einem Flug nach Wismar und bummelten am Abend durch die alten Straßen der historischen Hansestadt“. Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter wesentlich besser als vorhergesagt. Die Piloten entschlossen sich, auf Westkurs zu gehen. Von Wismar nach Münster-Osnabrück, wo zunächst einmal die Formalitäten für den grenzüberschreitenden Flug erledigt und eine neue Flugwetterberatung eingeholt wurden. Die Vorhersage stimmte haargenau. Das angekündigte Gewitter, das sich 70 Kilometer vor den Piloten aufbaute, entlud sich mit heftigen Blitzen und Donnerschlägen. Die Männer vertäuten derweil ihre Flieger auf dem Flugplatz Stadtlohn.

 

Die Wetterlage beruhigte sich jedoch und endlich konnte das Team abheben. Nur zweieinhalb Stunden später landeten die „Herren der Lüfte“ in Ostende (Belgien).

Eindrucksvolle Bilder erwartete die Formation am Tag darauf: Der Küstenlinie bis Calais folgend, überquerten sie den Kanal mit Zielort Dover. „Dazu hatten wir alle vorschriftsmäßig eine Schwimmweste angelegt, obwohl der Motor ja nicht weiß, dass wir über Wasser fliegen...“, so die kurze Reisenotiz.

Schon bald tauchten am Horizont die berühmten Kreidefelsen von Dover auf die 15 Minuten später unter den Tragflächen der Piloten lagen. Wieder folgte das Geschwader der Küstenlinie und landete nach zweieinhalb Stunden in Bembridge auf der Isle of Wight, einer 300 Quadratkilometer kleinen Insel.

Diese kleinste Grafschaft Großbritanniens wird vielfach auch als „Klein-England“ bezeichnet; denn ihre Entstehungsgeschichte, der Charakter ihrer Landschaft und die Lebensweise ihrer Bewohner sind eine Miniaturausgabe von „Good Old Britain“. Malerische „Luftaufnahmen“ prägten sich den Fliegern ein: typische englische Park- und Hügellandschaften, Schlösser und Herrenhäuser, eine abwechslungsreiche Küstenlandschaft mit langgezogenen Buchten. Makellose Sandstrände wechseln mit Steilklippen, von denen man weit ins Meer sehen kann. Der freundliche Flugleiter zeigte sich ziemlich überrascht, dass er für seine Gäste kein Hotel zur Übernachtung bestellen sollte. Jeder, so seine Worte, bleibt länger, weil es eben so schön ist. Die Crew entgegnete: Wir wollen fliegen, bis England zu Ende ist“, versprachen aber: „Auf der Rückreise kommen wir wieder“

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