Acht Piloten mit vier Fliegern nach „Lands End“ / Zweiter Teil

„Englisch Breakfast“ und die gute „französische Küche“

 

Auf der malerischen Insel Isle of Wight legten die Piloten aus Verden und Osterholz Zwischenstation ein und machten zunächst einmal in einem nahegelegenen Restaurant ausführlich mit der englischen Küche Bekanntschaft. „Seafood“ auf der Speisekarte erwies sich als eine Mahlzeit aus dick panierten Fischstäbchen. So gestärkt wurden die vier Flugzeuge vollgetankt und am Spätnachmittag hob die achtköpfige Mannschaft mit dem Ziel „Lands End“ vom Erdboden ab.

 

Gutes Flugwetter mit hervorragenden Sichten von Pol zu Pol begleitete das Team auf der ganzen Etappe. Grüne Hügel, Wiesen mit hohen Hecken abgegrenzt, ab und zu ein altes Schloss und kleine wunderschöne Häuser wechselten einander ab, bis nach weniger als drei Stunden der kleine Flugplatz St. Just (Lands End) ins Blickfeld am. Ebenfalls vor Augen, 50 Kilometer im Atlantik, lagen die Scilly Islands. Die Abenteurer machten jedoch Zwischenstation auf Lands End: der Flugplatz auf Scillys hatte bereits geschlossen. Ihr Quartier schlugen die Piloten in einem kleinen Pub in der nahegelegenen Ortschaft auf. Ein Taxi brachte das Team in die Stadt. Auf die Frage des Taxifahrers, ob einer von uns fahren wolle, merkte Sven, dass er auf der „verkehrten“ Seite eingestiegen war.

Am nächsten Morgen nach einem Original „Englisch Breakfast“ steuerten die „Germans“ (diesmal stiegen alle auf der richtigen Seite ein) wieder den Flugplatz an. Leider hatte sich das Wetter verschlechtert, sodass die Scillys nur kurzzeitig zu erreichen waren. Ein neues Regenband zog bereits vom Atlantik heran. Peter, Sven, Peter und Tim ließen es sich nicht nehmen, dieses kleine Wetterfenster zu nutzen, um doch einen Fuß auf die Scillys zu setzten und sich ihren „Stempel“ fürs Flugbuch zu holen. Über Funk vereinbarte das „Geschwader“ einen Treffpunkt in der Luft und flog gemeinsam zur Isle of Wight, wo sie ihr Versprechen einlösten.

Nach einem ausgedehnten Strandspaziergang in Sandown stand am nächsten Tag der Rückflug an. Von Dover nach Calais machten die Sportflieger in der französischen Hafenstadt am Abend Quartier, genossen in einem guten Restaurant die französische Küche. Strahlender Sonnenschein begleitete das Quartett, als es am nächsten Vormittag Heimatkurs aufnahm. Das Wetter hielt sich aber nur, bis die vier Maschinen die belgisch-holländische Grenze erreichten. Ab dort gab es eine geschlossene Wolkendecke mit Untergrenzen von 300 Metern und einer Flugsicht von fünf Kilometern. Ein Wetter, dass für Sichtflieger noch ausreicht, aber bezüglich Navigation mehr Aufmerksamkeit erfordert.  Festen Boden unter den Füßen hatten die „Urlauber“ wieder am Nachmittag, als sie Stadtlohn erreichten. Noch einmal tanken, Formalitäten erledigen und Kurs auf Heimatflugplatz? Nicht ganz.

Jetzt war Geduld angesagt. Mittlerweile hatte sich das Wetter so verschlechtert, dass es für Sichtflieger nicht mehr zu schaffen war. Für den Abend versprach der Wetterfrosch jedoch Sichtbesserung, die dann auch eintraf, so dass um 21 Uhr Scharnhorst beziehungsweise Osterholz-Scharmbeck angeflogen werden konnte. Sechs Tage unterwegs in 20 Flugstunden über 2600 Streckenkilometer zurückgelegt, viele nette Leute und eine wunderschöne Landschaft aus der Vogelperspektive kennengelernt – „einfach wunderbar“, so die Notiz fürs Bordbuch. Der nächste Ausflug kommt bestimmt!

 

Donnerstag, 16. Juli. 1998

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