Die Jubiläumsfeier des VLV am 30. Januar 1957

Sonderdruck aus der Verdener Aller-Zeitung Nr. 26 vom 31. Januar 1957


In einem festlichen Rahmen, würdig der großen deutschen Fliegertradition, beging am 30. Januar der Verdener Luftfahrt-Verein im Hotel Deutsches Haus sein 25-jähriges Bestehen. Mitglieder des Verdener Trompeter-Orchester sorgten durch flotte Märsche und volkstümliche Kompositionen für den stimmungsvollen musikalischen Rahmen, in den sich auch der Männergesangsverein von 1876 mit einer Reihe ausgezeichnet gesungener Chorlieder stilvoll einfügte, die von den Besuchern mit freudigem Beifall aufgenommen wurden.

Der Vorsitzende Hans-Heinrich Söhl konnte viele Gäste von nah und fern, Vertreter der Behörden und viele Freunde des Vereines begrüßen und ihnen den Dank des Vereines für ihre Mithilfe zur würdigen Gestaltung des Abends aussprechen. Es hat lange gedauert, ehe die Segelflieger nach dem Kriege ihren Sport wieder ausüben konnten. Aus Angst vor dem deutschen Genius, dem die Fliegerei in aller Welt so viele Anregungen verdankt, war ein Verbot ausgesprochen worden. Als der Verein vor 25 Jahren gegründet wurde, geschah es aus dem Willen und der Sehnsucht, selbst den Boden für die Liebe zum Flugsport in Verden aufzulockern. Das ist sehr bald geschehen und zwar auch damals durch kleine Hilfestellung der deutschen Lufthansa, mit der auch jetzt der Verbindung mit Erfolg wieder aufgenommen worden ist.

 

Gebt den Segelfliegern Raum!

Dipl.-Ing Joachim Beseler, der Präsident des Luftsport-Verbandes Niedersachsen, den Verdenern kein Unbekannter, war er doch einmal Schüler unseres Domgymnasiums sprach eingangs, anknüpfend an zwei Lieder des Männergesangsvereins, über die Verbindungen zwischen dem Heimat- und dem Fluggedanken und ging dann auf das Jubiläum der Verdener Flieger ein. Aus kleinen Anfängen entstand ein großer Verein; die Not des Krieges zerschlug ihn, es musste wieder neu angefangen werden. So mancher alte Kamerad ist heute noch oder wieder dabei. Wer wird in 25 Jahren das 50. Jubiläum feiern? Möchtet ihr, die heutige Jugend, dann auch wieder Alte Kameraden finden! In der Reiterstadt Verden haben Männer, die damals aktiv in die Reiterei Dienste taten, den Verein mitgegründet, wie überhaupt aus den Kreisen der Reiterei die ersten Kader der Fliegerei hervorgegangen sind. Aber auch mit dem ADAC haben wir viele gemeinsame Ballon- und Verfolgungsfahrten veranstaltet. War dort das Verbindende das Pferd, so war es hier der Motor. Der Redner warb dann um Verständnis für die Nöte der Segelfliegerei und bat die Behörden, dass bei all ihren Planungen irgendwo ein Plätzchen bleibe für die luftverdrängten Flieger, die oftmals landen mussten, ohne sich den Landeplatz aussuchen zu können. Er überreichte dem Vorsitzenden der Beschaffung einer Winde einen Scheck vom Luftsportverband Niedersachsen aus der Tombola von vier Städten und knüpfte daran den Wunsch, dass nun auch aus den Kreisen unserer Stadt und dem Kreise Verden eine ähnliche Summe aufgebracht werden möchte. Er wünschte ein weiteres Wachsen und Gedeihen und einen interessierten, flugfreudigen Nachwuchs.

 

Nach vielen Erfolgen, aber auch nach vielen Rückschlägen konnte der Verdener Luftfahrt-Verein am 30. Januar 1957 sein 25jähriges Bestehen feiern, wozu der Vorsitzende Hans-Heinrich Söhl viele Gäste, Vertreter der Behörde, Förderer und Freunde des Vereins begrüßte, um auch gleichzeitig all jenen zu danken, die ideell und finanziell dem Verdener Luftfahrt-Verein zu neuem Start verholfen hatten.

„Gebt den Segelfliegern Raum!“. Das waren die Worte, mit denen Dipl.-Ing. Joachim Beseler, Präsident des Luftsportverbandes Niedersachsen und ehemaliger Schüler des Verdener Domgymnasiums seine Rede eindringlich begleiteten, indem er die Behörden um Verständnis für die Nöte der Segelflieger bat. Er betonte, dass manch alter Gründungskamerad wieder dabei sei und er sprach die Hoffnung aus, dass die Jugend immer wieder alte bewährte Kameraden finden möge. Joachim Beseler überreichte dem Vorsitzenden einen Scheck des Luftsportverbandes Niedersachsen aus der Tobola von vier Städten zur Beschaffung einer Winde. Bürgermeister Dr. Hartmut Friedrichs bekundete seine Freude darüber, dass sich Menschen gefunden haben, die die Jugend zu diesem herrlichen Sport anspornen würden, auch war er der Überzeugung, dass der VLV die größten Schwierigkeiten überwunden habe. Er überreichte ein passendes Geburtstagsgeschenk an den erfreuten Vorsitzenden in Form eines Schecks. Die Deutsche Lufthansa überbrachte Grüße durch Horst Wähne und warb gleichzeitig um junge Menschen, sich in den Dienst der Lufthansa zu stellen, wobei die verschiedenen beruflichen Möglichkeiten auf diesem Gebiet in Aussicht gestellt wurden.

Sein Geschenk an den Verein war ein sehr schönes Langstreckenflugzeug-Modell. Die auswärtigen Gäste dieses Abends wurden jeweils ebenfalls mit einem Geschenk bedacht, einem Buch über Verden, das Stadtdirektor Töwer bereithielt. Hans-Heinrich Söhl sprach Friedrich Ach dankbar seine Anerkennung aus für dessen Einsatz fast unmittelbar nach dem Kriege, mit dem er die Jugend mit dem Modellflugsport vertraut gemacht hatte und erfreute ihn mit einem Buch über Otto Lilienthal. Zugleich erhielt Friedrich Ach den Ausweis als Modellflugsportzeuge. Die Bescheinigungen für die Segelfliegerprüfung B wurden der jüngsten Segelfliegerin Barbara Schumann, Jürgen Dellinger, Manfred Henning und Erich Schwinge ausgehändigt.

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