Der Flugplatz Verden/Scharnhorst entsteht am 13. September 1959

Inzwischen hatte im Jahre 1958 der Bäckermeister Wolfgang Hoffmann in Westen mit dem Landwirt Bodenstab, ebenfalls in Westen, Kontakt aufgenommen. Dieser war bereit, ein Stück Land im „Botterbusch“ in Scharnhorst zu verpachten. Bodenstab und der Vorstand des VLV wurden bald handelseinig, so dass man sich vorbereitend mit der Abwicklung der offiziellen Belange befassen musste. Nach dem Pachterwerb des künftigen Flugplatzgrundstückes war dem Verdener Luftfahrt-Verein bekannt geworden, dass die in der Brunnenweg-Kaserne stationierten britischen Streitkräfte eine Landemöglichkeit für ihre Kurierflugzeuge suchten. Diese Tatsachen führte dazu, dass nach längeren, von Hans-Heinrich Söhl geleiteten Verhandlungen ein Vertrag abgeschlossen werden konnte, in welchem festgelegt war, dass sich die Engländer am Ausbau der Startbahn und zu einem bestimmten Prozentsatz an den Pachtkosten beteiligen sollten.

Projekt und Vertrag erlangten bald ihre Gültigkeit, nach dem die Pläne vom Niedersächsischen Verkehrsministerium, von den zuständigen Behörden in England und vom Gemeinderat in Scharnhorst genehmigt worden waren. Die Arbeiten der britischen Pioniere in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des VLV, vor allem mit Wolfgang Hoffmann gingen zügig voran. Auch der Brunnenbau für die künftige Wasserversorgung wurde sichergestellt. Nun begannen. Sich auch ehemaligen Motorflieger zu regen und sich um die Erneuerung ihrer Flugscheine zu bemühen. Da dafür bisher in Verden die Möglichkeit noch nicht bestand, absolvierten sie schleunigst ihre erneute Ausbildung in Hannover-Langenhagen. Nach abgeschlossener Prüfung konnten sie sich dann schon bei der Einweihung des Flugplatzes am 13. September 1959 durch den Präsidenten Joachim Beseler mit ihren ersten Flügen darstellen. Nach dieser internen Inbetriebnahme wurde der Platz am 18. März 1960 für den öffentlichen Verkehr zugelassen. Nach der Eigenfertigstellung einer Startwinde konnten nun auch die Segelflieger nach Scharnhorst übersiedeln und mit ihrem frischgebackenen Fluglehrer Jürgen Dellinger hier ihren Flugbetrieb fortsetzen.

Der Verdener Luftfahrt-Verein ließ keine Feier aus und natürlich auch nicht den 30. Geburtstag, den man nur im Kreise der Mitglieder im Parkhotel „Grüner Jäger“ beging. Es gab viel, was man aus der „Erinnerungskiste“ der drei Jahrzehnte hervorholte, Ernstes und Heiteres. Dem 1. Vorsitzenden Hans-Heinrich Söhl wurde, als Zeichen der Dankbarkeit für dessen Engagement, von den Segelfliegern ein selbstgefertigtes Modellflugzeug aus Holz mit einer Widmung überreicht. Wie sich der Verdener Luftfahrt-Verein steil nach oben entwickelt hatte, so kann sich auch sein Flugplatz heute nach jahrzehntelangem Bestehen mit beachtlicher Bedeutung und Ausstattung präsentieren und sogar schon auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Die Anlage, die mit einer einzigen Halle begonnen hatte, vergrößerte sich im Laufe der Jahre um 5 weitere Hallen, einen Erweiterungsbau der Werkstatt, einen Tower mit den erforderlichen meteorologischen Apparaturen und einer stationären Bodenfunkstelle und um ein Clubheim, dessen Dach leider schon in der Silvesternacht 1961/62 durch einen orkanartigen Sturm heruntergefegt wurde. Fleißige Fliegerhände legten auch hier in gewöhnter Weise bald Hand an.

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