Gründung des Verdener Luftfahrt-Vereins

25 Interessenten verschreiben sich dem Luftsportgedanken. Der Aufruf hatte Erfolg: Am 30. Januar 1932 waren 25 Interessenten im Bruerschen Saal erschienen, die sich der Förderung des Luftsportgedankens widmen wollten, sei es aktiv oder passiv und somit von der Gründung eines Luftfahrtvereins beseelt waren. Man beschloss, sich der Spitzenorganisation, dem Deutschen Luftfahrtverband, anzuschließen. Zu den Gründungsmitgliedern, die hier alphabetisch aufgeführt sind, gehörten folgende Personen: Zahnarzt Dr. Viktor Frank, Hauptmann Hanesse (im Zweiten Weltkrieg General der Flieger und Stadtkommandant von Paris), Rechtsanwalt und Notar Lothar v. Hugo (Pilot im Ersten Weltkrieg), Landgerichtsrat Knauer, Oberleutnant Werner Kreipe (Ende des Zweiten Weltkriegs Chef des Stabes der Luftwaffe, später Ministerialrat im Bundesverkehrs-Ministerium), Mechanikermeister Karl-Hermann Leonhardt, Heinz Lübeck, Fahrlehrer Ferdinand Müller bei Firma Max Tell, Student Kurt Rosenplenter, Buchdruckmeister und Verlagskaufmann Hans-Heinrich Söhl, Meister des Kraftfahrzeug-Handwerks und Autohändler Max Tell, Verkehrsamtsleiter Curt Troue, Kaufmann Heinrich Wulff (Pilot im Ersten Weltkrieg und Ende des Zweiten Weltkriegs Oberstleutnant). Der Vorstand setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Hauptmann Hanesse, Karl-Hermann Leonhard, Kurt Rosenplenter, Hans-Heinrich Söhl und Curt Troue. Erster Vorsitzender wurde Hans-Heinrich Söhl, zweiter Hauptmann Hanesse.

Hanesse hatte an diesem Abend noch einen interessanten Vortrag über die Luftfahrt gehalten, dem auch einige Herren des Hoyaer Segelflugvereines beiwohnten. Wenige Tage später traten noch ein: Alfred Feldhaus, Johann Hagemann, Gefreiter der Reichswehr Willi Kunze, Carl Lange, Carl Müller, Wilhelm Stegmann und Franz Wagner: Sie alle werden noch der Gründungsmannschaft zugerechnet.

 

Bald stieg infolge der Aktivitäten durch die Gründer die Mitgliederzahl immer weiter an. In einer Luftfahrt-Werbeaktion vom 13. Bis 17. April 1932 auf der Maulohe mit einer zur Verfügung gestellten „Junkers F 13“ konnte man fast sämtliche Schulen des Altkreises Verden mobilmachen, die sich die Werbevorträge des Herrn Blunck von der Deutschen Lufthansa anhören konnten. Auch Rundflüge für die Verdener Bevölkerung und die Schulkinder waren möglich, die von dem Flugkapitän durchgeführt wurden. Bald konnte das erste Segelflugzeug dank der finanziellen Unterstützung durch den Autohändler Max Tell fabrikneu erworben werden. Es war ein Schulgleiter dem „Zögling“ ähnlich, der am Wall auf den Namen“ Primus“ getauft wurde. Mit ihm sollte am selben Tag das vorgesehene Segelfluggelände auf dem Ebersberg bei Nordkampen eingeweiht werden.

Zu diesem, für den jungen Verein so wichtigen Ereignis waren auch Segelflieger aus Hoya und Bremen mit ihrem Schulgleiter angereist. Leider verregnete dieser Flugtag völlig. Aber das minderte nicht die Begeisterung der zukünftigen Segelflieger, die damals von dem Kameraden Willi Kunze und Franz Wagner geschult wurden. Doch der „Primus“ blieb kein Einzelkind. Die Segelflieger konnten in gemieteten Räumen der damaligen Dachpappenfabrik eine Werkstatt einrichten. Dort entstand dann im Selbstbau der „Grünther Groenhoff“, ein Schulgleiter vom Typ ESG. Als sich im Jahr 1933 auch in Walsrode und Rotenburg Segelfliegergruppen gebildet hatten, gingen aus der Verdener Werkstatt weitere ESG hervor.

 

 Bei der Einweihung der Rennbahn am v. Einem-Tag im April 1933 wurde vom VLV die Betreuung der drei Klemm-Flugzeuge der „Aka-Flieg“ Hannover übernommen, die unter der Leitung von Herrn Beseler (dem späteren Präsidenten des Luftsport-Verbandes Niedersachsen) von der Maulohe aus zu großangelegten Flugvorführungen über dem Rennbahngelände starteten.

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