Wie alles begann.

Kira K., 17 Jahre, Segelfliegerin


Ja, wie kommt man nun eigentlich zu so einem Hobby? Bei mir ist es großes Glück; ich wohne ganz in der Nähe des Flugplatzes und habe so schon seitdem ich klein bin die Flugzeuge über unserem Haus kreisen sehen und das ganz ohne Geräusche. Das hat mich schon früh fasziniert. Ab dem  Zeitpunkt bin ich mit meinen Eltern immer öfter zum Flugplatz gefahren und durfte mitfliegen. Nach dem ersten Flug war für mich klar: Das will ich auch einmal machen können. Nach diversen Teilnahmen bei der Ferienpassaktion, die der Verdener Luftfahrt-Verein jedes Jahr aufs Neue anbietet, konnte ich es mit 13 nicht mehr abwarten und wurde passives Mitglied. Ich war zwar noch nicht selbst Flugschülerin, da dies erst ab 14 möglich ist, konnte mich aber dadurch schon 1 Jahr vorher in die wundervolle familiäre Atmosphäre des Scharnhorster Vereins einfügen. Ich habe mitgeholfen, denn der Segelflugsport ist ein Teamsport, bin auf Ausflüge mitgefahren und ich durfte natürlich viel mitfliegen.

Dann wurde ich endlich 14 und konnte aktive Flugschülerin werden. Ich war so gut wie jedes Wochenende auf dem Platz und bin mit unserem Schulungsflugzeug, der ASK13, geflogen. Sobald man Sonntags ab 10 und Samstags ab 13 Uhr auf dem Platz ist, werden die Flugzeuge aus der Halle geräumt. Sie werden gecheckt und dann zum Start geschoben. Parallel wird, auf der anderen Seite des Platzes, die Winde startklar gemacht und die Seile ausgezogen. Nach allen Vorbereitungen kann der Spaß beginnen. Den ganzen Tag wird geflogen und geschult. Abends sitzen wir dann oft da und lassen den Abend gemeinsam ausklingen. Im Winter findet dann der Theorieunterricht für die folgenden Prüfungen statt sowie die Winterarbeit, bei der kleine Reparaturen an Flugzeugen etc. vorgenommen werden. Des Weiteren fahren wir jedes Jahr in den Sommerferien für 2 Wochen in ein Sommerlager an einen anderen Flugplatz, um auch in anderen Gegenden fliegen zu können. In unserem Sommerlager 2013, in der Nähe von Stuttgart, kam es dann nach ca. 50 Starts endlich zu meinem ersten Alleinflug. Ein Gefühl das kein Pilot in seinem Leben vergisst. Man ist ganz auf sich allein gestellt. Nur am Boden steht dann der Fluglehrer, der über Funk mit einem Kontakt hält. Drei Alleinflüge sowie eine minimale Wissensabfrage sind für das Bestehen der sogenannten A- Prüfung notwendig. Dann hieß es üben, üben, üben. Nach einiger Zeit bin ich auf das einsitzige Flugzeug, die Ka8 umgestiegen. Dort kam es dann zur B- Prüfung. Erneut wurde das Wissen etwas abgefragt und ich musste mein praktisches Können in der Luft beweisen, indem ich bestimmte Figuren, wie zum Beispiel eine 8, in der Luft flog. Nach weiterer Übungszeit hatte ich dann meine C-Prüfung. Es ging auf das Ende zu. Erneut muss man den Fluglehrern sein Können und Wissen beweisen. Jetzt fehlte nur noch mein Überlandflug und die große Theorieprüfung. Als ich die Theorie erfolgreich absolviert hatte, viel mir ein großer Stein vom Herzen. Dann kamen die 50 km Überlandflug. Diese muss jeder Flugschüler alleine fliegen, ohne dabei zwischenzulanden. Das war eine sehr aufregende Sache. Diesen Überlandflug absolvierte ich ebenfalls in einem Sommerlager, in der Nähe von Schwerin. In einer fremden Umgebung war das ganze natürlich noch etwas spannender für mich. Die abschließende praktische Prüfung fand dann bei mir nach 223 Starts und ungefähr 37 Flugstunden statt. Hierzu kam ein Prüfer, setzte sich hinten in das Flugzeug hinein und ich hatte drei Überprüfungsflüge, um zu zeigen, dass ich fähig bin, alleine zu fliegen. Das war mal wieder sehr aufregend, aber letztendlich wirklich keine große Sache. Eine Woche später lag meine Segelfluglizenz im Briefkasten. Freude, Freude, Freude. Nach 2 Jahren Segelflugausbildung hatte ich es endlich geschafft.

Und jetzt?
Jetzt bin ich mit 17 Jahren Segelflugpilotin im Flugverein Verden- Scharnhorst und überglücklich, dass ich den Weg zu diesem Hobby gefunden habe. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man im Flugzeug sitzt und nur durch die Kraft der Aufwinde (Thermik) immer höher kommt. Man kann die Natur von oben betrachten, man ist ganz nah an den Wolken. Durch dieses Hobby lernt man außerdem wirklich auch schon im jungen Alter, wie man verantwortlich handelt, im Team arbeitet, mit handwerklichen Dingen klarkommt und Vieles mehr. Mit dem Verein, bzw. unserer Jugendgruppe, nimmt man an etlichen Aktionen teil und unternimmt viel zusammen, auch Dinge, die nicht unbedingt mit Fliegen im Bezug stehen. So gewinnt man etliche neue Freunde und das auch in anderen Vereinen. Fliegen ist also nicht nur ein faszinierendes Hobby, sondern es ist auch eine gute Möglichkeit, um sich selbst weiterzuentwickeln. Es ist sogut wie jede Altersklasse vorhanden und es treffen viele völlig verschiedene Menschen aufeinander. So lernen andere von einem selbst und man selbst kann von anderen lernen. Der Verein ist einfach eine große Familie und der Flugplatz ein Ort, auf dem man sehr viel Zeit verbringt.

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