Basti H. aus Oyten

In meiner Kindheit verbrachte ich viel Zeit bei meinen Großeltern auf einem Bauernhof mit Hunden, Katzen, Schweinen und Hühnern. Doch nicht wie es üblich war, wachte ich durch das Krähen des Hahnes auf, sondern durch den Nachbrenner einer F-4F Phantom II. Denn nur wenige Meter entfernt war der Militärflugplatz des Jagdgeschwader 71 „Richthofen“. Schon damals faszinierten mich die Formationsflüge, die Triebwerksgeräusche und die Geschwindigkeit dieser Militärflugzeuge.

 

Bei meinem ersten Flug mit einem Passagierflugzeug klebte ich die ganze Zeit am Fenster und genoss die farbenfrohen Felder und die Großstädte, die aus 35.000 Fuß ganz winzig aussahen. Nach diesem Erlebnis habe ich mir sofort den Microsoft Flight Simulator X gekauft und viele Stunden vor dem Simulator verbracht. Mein Traum war es dann später nicht nur vor einem Simulator zu sitzen, sondern auch mal selbst ein richtiges Flugzeug zu fliegen. Mit dem Alter verschlechterte sich leider meine Sehkraft und ich war gezwungen eine Brille zu tragen. Nach einer ausführlichen Augenuntersuchung wurde mir dann bestätigt, dass es keine Möglichkeit gäbe Pilot zu werden.

 

Aus der Traum vom Fliegen.

 

An einem Sonntag im Mai 2015, zeigte mir mein Vater beim Frühstücken die Annonce zum „Tag der offenen Tür“ vom Verdener-Luftfahrt Verein in der örtlichen Kreiszeitung. Ohne größere Erwartungen fuhr ich dann zum Flugplatz Scharnhorst in Verden. Dort vor Ort wurde ich dann ausführlich über eine Motorflugausbildung informiert und erfuhr, dass ich auch mit Brille Pilot werden könne! Wenige Minuten später hob ich dann mit der Cessna C150 F für einen Rundflug über Verden ab. Zum Ersten Mal saß ich in einem Cockpit und durfte auch das Steuerhorn halten. Dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich.

 

Eine Motorflugausbildung zu beginnen sollte eine gut überlegte Entscheidung sein. Deshalb nahm ich an der Aktion „Ein Tag als Co-Pilot“ teil. Dort wurde ich morgens freundlich empfangen und es begann mit ein wenig Theorie. Die ICAO-Karte sowie die Checklisten und Handbücher wurden mir verständlich erklärt. Danach haben wir gemeinsam das Flugzeug gemäß Checkliste überprüft und starteten zu einem Rundflug über die Hansestadt mit einem tiefen Überflug über den Flughafen Bremen. Nach dem einstündigen Flug wurden bei Kaffee & Kuchen alle offenen Fragen geklärt und weitere Vereinsmitglieder vorgestellt.

 

Nur wenige Tage später traf ich mich mit dem "Ausbildungsleiter Motorflug" um den Vertrag zu unterzeichnen. Zu großer Freude durfte ich anschließend sofort bei zwei Ausbildungsflügen in der DR-400 mitfliegen. Von allen Vereinsmitgliedern wurde ich auf Anhieb sehr herzlich aufgenommen und merkte schnell, dass der Zusammenhalt im Verein großgeschrieben wird. Denn stets erhält man Hilfe, sei es beim rausschieben des Flugzeuges aus der Halle oder beim waschen.

 

Nach nun fast 6 Monaten im Verein, einer bestandenen Sprechfunkprüfung sowie der Theorieprüfung PPL-A kann ich voller Überzeugung sagen, dass dies der richtige Schritt für mich war.

Mit einem Blick in die Zukunft freue ich mich auf weitere lehrreiche Schulungsflüge, den Erhalt meiner PPL-A Lizenz und viele, zukünftige, gemeinsame Ausflüge mit Vereinsmitgliedern, wie zum Beispiel den Ausflug nach Speyer über Himmelfahrt.

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